Die Gründer

Menschen und Möglichkeiten zusammenbringen.

Der Gründer Friedrich Hilterhaus ist ein erfolgreicher Unternehmer. Er ist geprägt von einem hanseatischen Kaufmannsverständnis. Dazu gehört es für ihn wie selbstverständlich, wieder etwas zurückzugeben.

Die Gründerin Gertraude Hilterhaus, von allen Freunden liebevoll „Gerti“ genannt, ist die starke Frau an seiner Seite. Seit fast 54 Jahren hält sie Ihrem Mann den Rücken frei und unterstützt ihn, wo es nur geht. Auch die Erziehung ihrer beiden Kinder übernahm sie zum Großteil allein. „Gerti“ liegt es besonders am Herzen, mit der Stiftung Kinder zu unterstützen, die in unserer Gesellschaft benachteiligt sind.

Mit der Gründung der Stiftung arbeiten sie nun an einem wichtigen Vermächtnis:

Dinge zu ermöglichen, Menschen und Möglichkeiten zusammenzubringen.

Die Anfangsjahre

Friedrich Hilterhaus wurde 1940 am Niederrhein, in der Nähe von Duisburg geboren. In den Kriegsjahren wurde seine Familie 1943 schließlich nach Bayern evakuiert und landete mit seiner Mutter und seinem Bruder auf einem Bauernhof in der Nähe von Altötting. Währenddessen arbeitete sein Vater als Ingenieur in einem kriegswichtigen Betrieb in Bremen. Friedrich Hilterhaus kann sich noch gut erinnern, wie wichtig es damals schon war, mit Wenigem zurechtzukommen und dieses auch noch zu teilen. Seine Mutter war sehr liebevoll zu Ihren Kindern und zeigte, wie wichtig vor allem kleine Dinge im Leben sind. Auch Erlebnisse bei der Bauernfamilie prägten seine Bescheidenheit. So war ein, für heutige Verhältnisse, unscheinbares Tomatenbrot schon ein wunderbares Erlebnis. 1946 durften sie zurück an den Niederrhein. Und auch dort hat die Mutter bis aufs letzte Ei alles hergegeben, wenn die Nachbarn etwas brauchten. Sie hatte einfach ein großes Gottvertrauen. Diese Bescheidenheit prägte sowohl sein Leben, als auch sein unternehmerisches Handeln über viele Jahre. Die Mutter von Friedrich Hilterhaus starb leider viel zu früh, als er neun und sein Bruder sechs Jahre alt waren. Daraufhin holte sein Vater die beiden Kinder zu sich nach Bremen.

Gerti Hilterhaus wurde 1945 in Ansbach geboren. Sie wuchs als Einzelkind behütet in Schalkhausen auf und besuchte das Theresiengymnasium in Ansbach. Von klein auf spielte Musik für Gerti eine große Rolle. Mit Begeisterung lernte sie Klavier und gab dieses Wissen später mit Hingabe an ihre Schüler weiter.

Lehrjahre und berufliche Anfänge

1957 fing Friedrich Hilterhaus eine kaufmännische Ausbildung für Import und Export in einem der renommiertesten Handelshäuser Bremens an. Anfangs durfte Friedrich Hilterhaus nur Porto auf die Briefe kleben. Mit Witz und Charme erarbeitete er sich mehr Verantwortung. Schließlich durfte er auch mit den Chefs Tee und Honig verkosten. Er beendete seine Ausbildung mit einem eigenen Auftrag, bei dem er Öl-Lampen nach Afghanistan exportierte. Danach ging er für ein paar Monate nach Paris und London.

Zurück in Deutschland arbeitete er für ein paar Monate in einer Spedition, bis er 1961 zur Bundeswehr eingezogen wurde. Nach der Grundausbildung verpflichtete sich Friedrich Hilterhaus, blieb dort insgesamt sechs Jahre lang und absolvierte eine Offiziersausbildung. In dieser Zeit besuchte er die Offiziersschule in Hannover, bestand in der Pionierschule in München einen Lehrgang zum Sprenger- und Minenkampf und beendete eine Ausbildung zum Fahlschirmspringer in Altenstadt bei Schongau mit der Verleihung des Fallschirmspringerabzeichens. Im Lauf der Zeit kamen noch viele Auszeichnungen dazu, das Erste hat aber einen besonderen Platz im Herzen von Friedrich Hilterhaus.

Während seiner Zeit in München lernte er im Bräustüberl von Weihenstephan seine spätere Frau Gerti kennen. Zu dieser Zeit durchlief sie in München eine Ausbildung zur Krankenschwester. Nach Beendigung der Lehre arbeitete Gerti in der Lüneburger Heide in einem Altenheim als Krankenschwester. Am 06.08.1966 heirateten die beiden. Neun Monate später kam ihre Tochter Antje zur Welt. Nachdem Friedrich Hilterhaus seine Bundeswehrkarriere als Hauptmann beendet hatte, arbeitete er einige Zeit für eine Firma für Hebe- und Fördertechnik in München.

Mit der Ablösesumme der Bundeswehr gründete Friedrich Hilterhaus sein erstes Unternehmen. "Mein erstes Büro war im Schlafzimmer. Ein Tisch, ein Stuhl und ein Regal mussten genügen" erinnert er sich mit einem Schmunzeln. In Amerika entstanden die sogenannten „Garagenfirmen“ bei ihm würde man es wohl "Schlafzimmerfirma“ nennen.

Gerti unterstützte und half ihm, wo sie nur konnte. Sie kümmerte sich um die Verwaltung, packte Päckchen usw. Personal hatten sie damals noch nicht. Außerdem kümmerte sie sich ausgiebig um Ihre Familie. Mit der Geburt ihres Sohnes Axel im Jahr 1971 war die Familie komplett.

DIe Unternehmerjahre

In der aufstrebenden, jungen Bundesrepublik gelang es Friedrich Hilterhaus zunehmend, mit seinem Unternehmen Fuß zu fassen. Es begann mit Aufträgen, die andere für kaum möglich hielten, die er aber mit viel Hartnäckigkeit und Glück ermöglichen konnte. Damals gab es noch kein Google und Internet, Dinge aufzutreiben oder produzieren zu lassen, war kompliziert. So erinnert er sich heute noch mit Freude daran, wie es ihm gelang, ein Werkstück in kürzester Zeit herstellen zu lassen, obwohl der Zulieferer voll ausgelastet war. "Man muss manchmal nicht durch den Haupteingang gehen, sondern sollte den Nebeneingang nutzen" erinnert sich Friedrich Hilterhaus. "Dort kommt man zu den Menschen, die etwas möglich machen können." Er meint damit den Meister, der im Betrieb die Dinge in der Hand hatte. Bei der überlasteten und bürokratischen Verwaltung wäre er wohl abgewiesen worden. Auch half ihm das Talent, einen Draht zu Menschen zu haben, mit Bescheidenheit und Zuverlässigkeit.

So gelang ihm der eine oder andere Handelsvertrag und sein Unternehmen kam rasch voran. Er erarbeitete sich Schritt für Schritt das Vertrauen von wichtigen Partnern in der Industrie. Nach einiger Zeit zog die Familie Hilterhaus wieder zurück nach Ansbach. Zum einen kam Gerti Hilterhaus aus Ansbach und ihr Elternhaus in Schalkhausen stand. Zum anderen erkannte Friedrich Hilterhaus auf einer Karte, welchen strategischen Wert Ansbach für seine Firma darstellte. Da sein Unternehmen immer größer wurde, holte er sich 1978 einen Geschäftspartner mit ins Boot und die Firma wurde in Trost + Hilterhaus GmbH umbenannt.

Ende der achtziger Jahre kauften die beiden aus der Konkursmasse eines großen Unternehmens die Produktion von Klemmplatten und gründeten die Firma MTH Befestigungstechnik GmbH. Dort ist er bis heute aktiv.

Gerti Hilterhaus konnte sich mit dem Wachstum der Firmen wieder ihrer größten Leidenschaft, der Musik widmen. Sie arbeitete knapp 25 Jahre als Musikpädagogin am Gymnasium Carolinum, gab Klavierunterricht und kümmerte sich weiterhin rührend um ihre Kinder. Als Duo veranstaltete Gerti Hilterhaus mit einer ihrer engsten Freundinnen musikalische Vorführungen, bei denen sie ihre Zuhörer mit Klavier und Gesang und der typischen Wiener Kaffeehaus-Musik begeisterten. Sie entdeckte ihre Liebe zum Kaffee und hielt Vorträge über Komponisten, Wiener Melange und den Wiener Kaffeehäusern mit ihrer Musik. 1998 verkaufte Friedrich Hilterhaus, zusammen mit seinem Geschäftspartner Helmut Trost, die gemeinsame Firma an einen finnischen Konzern.

Gründung der Stiftung

Gerti und Friedrich Hilterhaus geben bereits seit Jahrzehnten Geld aus ihrem Privatvermögen für Kinder in Not, Künstler und sozial benachteiligten Menschen. Sie prägen das Kulturleben in und um Ansbach nachhaltig.

Damit dieses Wirken für die Nachwelt erhalten bleibt, gründete das Ehepaar 2015 unter dem Dach der „Stiftergemeinschaft Stadt- und Landkreis Ansbach“ ihre eigene Stiftung. Ziel ist es, die wohltätigen Aktivitäten auch über das Leben der beiden hinaus zu sichern.

Am 01.08.2020 wurde Jeanette Oberseider zur ersten Geschäftsführerin bestellt. Mit dem Kauf der ehemaligen Sparkassenfiliale in Schalkhausen haben Gerti und Friedrich Hilterhaus sich einen großen Wunsch erfüllt: „Der Hilterhaus-Stiftung ein Zuhause zu geben.“ Auch Gertis Flügel hat hier wieder einen neuen Platz gefunden.

Schon seit vielen Jahren ist Friedrich Hilterhaus als Lions Club Mitglied und auch privat als Mäzen in der Region bekannt. Mit der Stiftung möchte er nun die Aktivitäten bündeln und auf ein festes Fundament stellen.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)
  • Ehrenmedaille in Gold der Stadt Ansbach
  • Bundesverdienstkreuz am Bande (2016), verliehen durch Innenminister Joachim Herrmann
  • Ehrensenator Hochschule Ansbach
  • Bezirksmedaille vom Regierungsbezirk Mittelfranken 2015
  • Stadtsiegel von 1532 der Stadt Ansbach (2008)
  • Ehrenmitglied des Lionsclub in Kirchdorf an der Krems